Das Xylofon, auch Xylophon, ist ein Aufschlagidiofon, dessen Aufschlagstäbe mit Schlägeln angeschlagen werden. Es gehört zur Familie der Schlagstabspiele (engl. mallet percussion), zu deren wichtigsten Vertretern in Europa neben dem Xylofon das Marimbafon (Marimba), das Glockenspiel und das Vibrafon zählen. Der Ursprung des Xylofons liegt in Asien und Afrika. Anfang des 16. Jahrhunderts war es in Deutschland als Hölzernes Gelächter bekannt.
Xylofone bestehen aus einer Reihe von Klangstäben aus Hartholz oder Bambus, europäische Xylofone meist aus Honduras-Palisander, durch deren unterschiedliche Länge die Tonhöhe festgelegt ist. Die Stäbe sind im Bereich der Schwingungsknoten ihrer Grundresonanzfrequenz gelagert. Ihre Länge ist umgekehrt proportional zur Quadratwurzel der Grundresonanzfrequenz. Die Stäbe lassen sich stimmen, indem man sie beschleift, wobei durch Verringern der Masse oder der Steifigkeit sowohl höher als auch tiefer gestimmt werden kann.
Der Anschlag erfolgt in der Regel mit zwei Xylofonschlägeln, deren etwa 30 cm lange Stiele aus Rattan, Weißbuche oder Hickory und deren ovale oder kugelförmige Köpfe von etwa 2,5 cm Durchmesser aus Holz (Palisander) sein können. Mit löffelartigen Holzschlägeln (Löffelschlägel) schlägt man das sogenannte „Vierreihige Xylofon“ - ein Nachfolgeinstrument der einreihigen Strohfiedel - auf die vordere Kante oder auf die Mitte der Klangstäbe.
Bezüglich der Bauart wird zwischen Holmxylofon, Rahmenxylofon, Kastenxylofon, Trogxylofon und Tragbügelxylofon unterschieden. Beim Holmxylofon liegen die Stäbe quer auf zwei Balken (Holm), beim Trogxylofon auf einem Kasten (Trog), der auch als Resonanzkörper dient. Afrikanische Xylofone mit Kalebassenresonatoren besitzen üblicherweise Mirlitone zur Klangverstärkung.
Der Ton des Xylofons ist kurz und perkussiv; längere Notenwerte können annähernd simuliert werden, indem der Spieler mit zwei Schlägeln wirbelartig einen Holzstab anschlägt. Die Klangfarbe wird als trocken, hell und beim schnellen Spiel als klappernd wahrgenommen, und wurde oft mit Geisterhaftem und Gespenstischem in Verbindung gebracht.
Seit dem frühen 20. Jahrhundert existiert die Xylorimba, eine Variante, bei der der Ambitus des Standard-Xylofons (f - c4) im Oktavbereich der „Kleinen Oktave“ um die Töne c, cis, d, dis und e vergrößert wird und die damit einen Tonumfang vom c bis zum c4, das heißt von vier Oktaven, aufweist. Die Xylorimba ist keine Mischung aus Marimba und Xylofon, wie der Name vermuten lässt, sondern ein transponierendes Instrument, dessen Töne eine Oktave höher klingen, als sie notiert sind (Klang: c1 bis c5). [2] Eine weitere, elektronische Variante ist das Xylosynth.